20141122

Es ist halb fünf Uhr morgens..

..und ich sitze wieder einmal im Schneidersitz im Bett.

Drang zu schlafen: Ist zur Zeit mittelmäßig bis mittelstark. Was mich extrem wundert. Ich habe die letzten zwei, drei Nächte sicher nie mehr als sechs Stunden geschlafen. Zusätzlich war es nervtötend warm und ich war fast durchgängig schläfrig. Und laut der Website mit dem kreativen Namen 'schlaf' sollte man 7-8 Stunden pro Nacht schlafen.. Na ja, egal.

Ich höre gerade: Das Lied des Tages. Modern Love - David Bowie.


Ich glaube, das Schauen, vor allem aber Mögen von Filmen wie The Breakfast Club, Frances Ha oder Trainspotting hat dazu einiges beizutragen. Ich weiß nicht, wie empfehlenswert die Tatsache, dass ich mittlerweile die Jugendmusik meiner Mutter höre, ist.

Ich habe die letzten Tage: hauptsächlich damit verbracht, T-shirts zu zerstückeln (natürlich auf künstlerische Art und Weise), 'Tribute von Panem' -Bücher zu lesen, oder zu schreiben. Manchmal hab ich die T-shirts auch bestickt oder bemalt.

Ich habe heute oder eigentlich gestern: die Geburtstagsfeier von Ré besucht. Warscheinlich war es mein schönster Abend hier bis jetzt. Die Leute waren so lustig und nett und mit viel Symphatie und ich glaube, wenn es auf der Erde nur Brasilianer gäbe, wäre das alles hier ein Fluffiges kleines etwas mit viel Liebe und Umarmung.

Eine kleine Information am rechten Rande:
 Ich weiß nicht, ob ich in diesem Medium schon jemals einen Abend 
zum besten seit meiner Ankunft gekürt habe.
Falls, dann tut es mir wirklich schrecklichst leid!!
Aber DIESER Abend heute war wirklich mein lustigster
Bis jetzt.

Eine zweite Information am rechten Rande
Ich bin heute genau 6117 Tage alt, was mich ärgert, 
weil ich vor einer Woche gerne 6111 Tage alt gewesen wäre..
6111 ist einfach eine viel leiwandere Zahl, um sie aufzuschreiben.

Ich kannte niemanden außer Je und Al, aber es waren alle SO cool, und es lief kein Funk (den ich leider/zum Glück noch immer nicht verstehe) und alles war arg leiwand.

Auf der Webseite: des unvergleichlich wunderbaren Kurzfilmfestival YOUKI ist noch bis morgen (okayy, eigentlich heute, aber ich will echt nicht daran denken, dass es schon- aahhh, es ist schon fünf uhr acht- so spät ist..) einer meiner Täglich geschriebenen, nach ettlichen Qualen erlittenen Tagerbucheinträge zum Thema '12 Tage Telenovela'. Hier also. Ich hasse IMPÉRIO noch immer wie die Pest und Spinat.

Falls du Samstags: nichts vorhast, fahr zur YOUKI!! Es ist das liebste Filmfestival, das ich kenne

Drang zu schlafen: ist mittlerweile so Stark, dass ich die meißten letzten Zeilen in einem tranceartigen Zustand getippt habe. Boa noite, gente.


Noch eine Information am rechten Rande:
Ok, tut mir leid, das ist
eine klägliche Version von einem Blogeintrag. 
Aber ich habs probiert, ok??
Ich kann nichts dafür, dass mein Körper an die 
Website mit dem kreativen Namen 'schlaf' glaubt.
Also, Ciao.  ▼
 

20141116

Francis Ha

You know, there are these days, when the sun's shining outside and it's a beautiful day and everything. But although you just go and watch a film and think, fuck you beautiful weather, I'm just gonna be a bit unproductive now. And then you see the first seconds of the movie and you know, these next one-and-a-half -hours are going to be the most productive ones of this day.

'Frances Ha' is just so.. ohmygodd!! Francis is so sympathic and good-looking and super-funny and real. And her friendship with Sophie is the most beautiful thing on earth and they are absolutely cute together. And the pictures in this damn perfect film are offhandedly wonderful. And and an. d. I don't know, why Noah Baumbach decided to tell this marvelous real-life-story in black and white. But it was the best thing he ever decided. In his whole, full, women-knowing, creative life. 

Do you know this situation, when you start crying in a film-scene which is absolutely NOT provided to be one of these crying-scenes which are either really sad or super-absolutely beautiful? And all the other people stare at you, like you were a turquise minipony with pianokeys instead of teeth? And you feel so strange, but you just think, this scene is so unbelievable beautiful for you and you can't stop to cry? -Yees, I know this too. 
There is this scene in 'Francis Ha', where Francis is dissapointed of Sophie, and she has dinner with the family of a dance-colleague. All the people are so 'civiliced', and Frances is how she is: cheerful and outgoing and not afraid to say anything. And of course she notices it. So, after the dinner she talks with two guys and she says, that maybe she still doesn't have a boyfriend because love for her is like, if you are at a Party and the two loving persons are talking to different people and - suddenly - they are looking to each other and know that this is love. And later, muchmuch later in the film, is this scene, where everyone loved Francis' presentation and suddenly she and Sophie, her very-very-best-friend, have excactly THIS 'love-moment'. 
And it was the most beautiful and unromantic thing i've seen.

Everything in Francis Ha is so perfectly unperfect. The kind of living together, these crazy situations everybody has and no one notices (like finding a pimple in your face shortly before leaving the house and deciding 'nooo, I won't squeeze it now, that's way too unhygienic..', and then, two seconds before ACTUALLY leaving you decide, that this pimple is the most ugly pimple in the world and you REALLY have to destroy the world's most ugly pimple NOW. And you turn back.), Frances' hair, her Converse all star, her bomber-jacket and her backpack, whose colour I was wondering about all the time.

And I loved her trip to Paris. There was nothing special. Mostly, in our life is nothing special too.
And you saw the eiffel tower just one time glimmering out of the dark of the background, as small as Francis' hand, which moved from her head to the balustrade and back, with a cigarette between the fingers.
This scene was quite sad, because in the beginning of the movie, Francis said one time to Sophie, that she hates smoking alone.

Really, I adore the character of Francis. She is just herself. And this is wonderful. It's just a little bit sad, that she grows up so much in the end. In the final scenes, you see, she's still 27. But she's an adult now.

However, she's still adorable.






In Gedenken an den Unperfektionismus der unglaublichen Francis Ha. ▼

20141113

Ein alter Fotograf


Ein Bild des alten Fotografen während er dieses Bild schoss, vor allem des alten Fotografen mit seiner alten Kamera, wäre noch schöner gewesen, als das Resultat. Die alte Kamera stand auf drei Beinen und die Linse ragte aus einer Ziehharmonika-ähnlich gefaltenen Vorrichtung. Hinten war ein schwarzes Tuch am Apparat befestigt. Vor dem Abdrücken versteckte sich der alte Mann darunter, um durch den Sucher zu spähen.
Immer wieder liefen Menschen mit Büchern unter den Armen durchs Bild und unser Lächeln wurde steif während wir auf den richtigen Moment warteten. Irgendwann kam er und der Fotograf drückte mit einem schon so oft zuvor gemachten Handgriff auf den Auslöser.

       



20141108

Eine mittelweltgroße Errungenschaft

Bilder von Al, Je und mir, die ich vor eineinhalb Monaten schon der halben, technisch wohlausgestatteten Welt zeigen wollte. Es war an dem Tag dieses Konzerts und extrem windig. Vielleicht sind die Fotos und Erkenntnisse aus den folgenden Bildern nicht gerade die weltgrößten Errungenschaften, aber ich finde sie witzig. Und ich habe an jenem verhängnisvollem Tage gelernt, wie man die Wangen so fischartig einzieht und geräüsche macht.
Was auf jeden Fall für mich eine mittelweltgroße Errungenschaft ist.

















Das Lied des Tages ist das unanständig unanständige 'Bobby Brown' von Frank Zappa. Die Lyrics dazu sind die ersten, die ich in meinem bisherigem Leben gesehen habe, die mit ** Sternchen untermalt sind. Aber -hoho- ich konnte trotz ** Sternchen die meißten mit f, p oder v beginnenden wörter identifizieren. Ja ja, welch eine weltgroße Errungenschaft. 


20141105

Eintönige Routinegespräche

Mittlerweile habe ich in meinen neun hierverbrachten Wochen schon diese wunderbare Art von Gesprächen entwickelt, die immer mit den gleichen Personen, immer am gleichen Ort stattfindend und immer gleich uninvormativ sind. Eintönig und trotzdem immer wieder aufs neue spontan.
Die meißten sind mittlerweile eine essentielle Routine. Nicht mehr wegzudenken, nicht mehr abzuschaffen.


Routinegespräch nummer Eins

Person: Mein Gastvater
Ort: Zuhause
Gesprächszeit: Abends, ganz kurz vor dem schlafen gehen
Häufigkeit: Jeden Abend, dem ein Schultag folgt
Anmerkung: Ich stehe leider trotzdem immer erst nach Sechs auf..



Routinegespräch nummer Zwei

Person: Said
Ort: Am Frühstückstisch
Gesprächszeit: Beim Frühstück
Häufigkeit: Jeden Tag
Anmerkung: Said ist ein Hund

 


Routinegespräch nummer Drei

Person: Mein Physiklehrer
Ort: Im Physiksaal der Schule
Gesprächszeit: Vormittags
Häufigkeit: Donnerstag und Freitag
Anmerkung: Mein Physiklehrer ist ziemlich witzig, manchmal unterhält er sich mit mir auch darüber, wie schrecklich Bohnen ohne Salz schmecken würden.




Routinegespräch nummer Vier

Person: Der Mann der vor der Schule am Zebrastreifen steht und Autos mit einer wichtigen Handbewegung anhält, um ohne Gefahr Kinder über die Straße spazieren lassen zu können
Ort: Am Zebrastreifen vor der Schule
Gesprächszeit: Am Heimweg
Häufigkeit: Drei mal die Woche
Anmerkung: Das sind die einzigen deutschen Frasen, die er beherrscht




Routinegespräch nummer Fünf

Person: Der 'Busticket'-verkauf-Typ
Ort: Vor dem Drehkreuz im Bu
Gesprächszeit: 13:41
Häufigkeit: Jeden Montag, Dienstag und Mittwoch
Anmerkung: In den Bussen hier gibt es gar keine Bustickets, aber ich weiß nicht, wie ich ihn sonst nennen sollte. Wenn man hier mit einem Bus fährt, steigt man ein, geht zwei Schritte bis zu einem grünen Drehkreuz, weckt den Busticketverkaufstyp aus seinem Schönheitsschlaf, zahlt 2,95 Real, erhält KEIN Ticket und zwängt sich durchs Drehkreuz. Anschließend setzt man sich, im Fall, dass der Bus nicht überfüllt ist, auf einen Platz und wartet still und friedlich auf gewünschte Haltestelle.




Routinegespräch nummer Sechs

Person: Der Securitymann von meinem Condominium (Ein Condominium hat keinenfalls etwas mit Verhütung zu tun. Es ist eine Art Siedlung die von einem Zaun umrundet ist und eine Pforte hat, in der ein Securitymensch steht. Dadurch ist es halbwegs sicher. Unser Condominium hat so 180 Häuschen)
Ort: An der Eisengitterstabtüre zum Condominium
Gesprächszeit: Ungefähr zwei uhr, nach der Busfahrt
Häufigkeit: Jeden Schultag
Anmerkung: Ich habe Angst, dass wir uns zu einer Art Hazel Grace und Augustus Waters entwickeln und das unser 'Okay' wird. 
Ich hoffe nicht.






Routinegespräch nummer Sieben

Person: Eine noch nie erblickte Nachberin
Ort: Ich in meinem Bad, sie in ihrem Bad
Gesprächszeit: Abends
Häufigkeit: jede Woche ein bis zwei mal
Anmerkung: Ich glaube, ich möchte sie nicht sehen.




Das Lied des Tages ist John Peel and the Dragon of Steel von Gary


20141102

Trainspotting

Vier bis neun Heroinabhängige (die Anzahl variiert immer wieder dank Todesfällen oder halbherzigen Cleanheitsversuchen) und ihr Leben. Ihre Freundschaft und ihre Trips. All das auf schottischem Dialekt und verfilmt von Danny Boyle.
Ich habe den Film schon letztes Wochenende gesehen, in einem Anfall von diesem ich-kann-nicht-schlafen-und-es-ist-zwei-uhr-nachts-am-Samstag-abend-was-mach-ich-jetzt-scheiß-Kaffee-Gefühl. Meißtens sind die Bilder eher düster und staubig, in verdreckten Wohnungen oder aber unglaublich weiten Landschaften.
Die getragene Kleidung in Trainspotting ist so cool und abgefuckt, und manchmal mit Glitzerpailetten überseet (wie das Kleid von Diane), und ich muss unbedingt einen Bildereintrag dazu machen.

Ich übernehme keine Verantwortung für die Filmbilder die folgen werden. In dem Fall dass du der Eigentümer eines dieser Bilder bist, und nicht möchtest, dass die Bildert auf meinem Blog veröffentlicht sind, bitte kontaktiere mich. 





 




In einem weiteren, gestrigen Anfall von diesem ich-kann-schon-wieder-nicht-schlafen-und-es-ist-halb-sechs-uhr-samstag-morgens-und-ich-hab-noch-immer-nicht-geschlafen-aaaahhhh-Gefühl habe ich in mein neues Notizbuch die für mich wichtigsten Modeobjekte des Films gezeichnet. Ja, auch die herausgestreckte Zunge ganz unten rechts ist ein wichtiger Part. Vor allem die herausgestreckte Zunge.


Choose Life. Choose a job. Choose a career. Choose a family. Choose a fucking big television, choose washing machines, cars, compact disc players and electrical tin openers. Choose good health, low cholesterol, and dental insurance. Choose fixed interest mortage repayments. Choose a starter home. Choose your friends. Choose leisurewear and matching luggage. Choose a three-piece suite on hire purchase in a range of fucking fabrics. Choose DIY and wondering who the fuck you are on a Sunday morning. Choose sitting on that couch watching mind-numbing, spirit-crushing game shows, stuffing fucking junk food into your mouth. Choose rotting away at the end of it all, pishing your last in a miserable home, nothing more than an embarrassment to the selfish, fucked up brats you spawned to replace yourself. Choose your future. Choose life.                      
~zitat aus trainspotting








 









20141030